Gedanken zu unserer Arbeit

Die Tafeln überzeugen mit einer einfachen, aber bestechenden Idee: Lebensmittel, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr verkäuflich sind und nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, werden an Bedürftige ausgegeben. Auf diese Art werden Güter, die für den Verzehr erzeugt wurden, vor der Tonne bewahrt. Andererseits werden dadurch Menschen unterstützt, die sich in einer schwierigen finanziellen Situation befinden. Das dadurch gesparte Geld kann an anderer Stelle ausgegeben werden. Es steht z. B. zur Verfügung für notwendige Kleidung der Kinder, für Geschenke, einen Kinobesuch oder einen Eisbecher. Daher ist es ein wichtiges Ziel der Alzeyer TAFEL, dass sich unsere Kunden „auch mal was leisten können“. Sie sollen auf diese Weise am sozialen Leben besser teilhaben können. – Eine wirklich großartige Idee, für deren Verwirklichung sich in der Alzeyer TAFEL gut 100 Ehrenamtliche gern und mit viel Engagement an fünf Ausgabetagen in der Woche einsetzen.

Als Tafel sind wir ein Rädchen im Getriebe von Politik und Gesellschaft. Die mehr als 900 Tafeln in Deutschland sind auch Handelnde im Sozialwesen. Unser Ziel ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen. Dabei steht unsere konkrete Arbeit vor Ort in einem gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang.

Die gespendeten Waren helfen nur den Menschen, die zur Tafel kommen. Viele kommen nicht, weil die Fahrkarte zu teuer ist, eine schlechte Gesundheit den Weg nicht zulässt oder die Scham zu groß ist. Diejenigen also, die den Weg zur Tafel nicht gehen, haben nichts davon.

So segensreich Tafeln einerseits wirken, - sie können eine gerechte Sozialpolitik nicht ersetzen. Erfahrungsgemäß kauft nur ein Bruchteil der Personen ein, die dazu berechtigt sind. Eine gerechte Sozialpolitik muss jedoch alle Benachteiligten im Blick haben, zum Beispiel durch die Erhöhung der Hartz IV-Sätze und die flächendeckende Verwirklichung des Mindestlohns. Das Tafelangebot kann nur eine Ergänzung der staatlichen Sozialleistungen sein.